Entwicklung eines modular einsetzbaren Pflanzenfilters zur Absicherung dezentraler Regenwasserversickerungsmaßnahmen
AiF-Nr. 13601 N 1+2
Abflüsse
von Verkehrs-, Lager- oder Dachflächen sind mit Schwermetallen, PAK,
Kraftstoffbestandteilen u.a. belastet. Dezentrale
Hochleistung-Pflanzenfilter bieten eine ökonomisch und ökologisch
sinnvolle Reinigungstechnologie für kontaminierte Abflüsse, wenn die
durch geeignete Verfahren einen zuverlässigen Schutz von Boden und
Grundwasser gewährleisten. Zur Entwicklung eines solchen
Hochleistungs-Pflanzenfilters wurde anhand einer repräsentativen,
hochbelasteten Schadstoffmixtur ein umfangreiches Laborscreening
durchgeführt, um geeignete Pflanzen, symbiotische Pilze
(Mykorrhizapilze) und Filtermaterialien zu ermitteln. In einer
neunmonatigen Lysimeterstudie wurden dann sechs unterschiedliche
Kombinationen aus optimierten Substratmischungen und mykorrhizierter
Bepflanzung getestet. Dabei wurde die Reinigungsleistung durch den
Stoffrückhalt einer einmaligen „worst case“ Schadstoffmixtur ermittelt
Die Schadstoffbelastung betrug dabei das zehnfache der üblicherweise im
Niederschlag vorkommenden Belastung. Die restlichen Umweltbedingungen
entsprachen weitestgehend denen des Standortes. Die Bewertung der
Sickerwasserqualitäten ergab, dass die Reinigungsleistungen trotz der
„worst case“-Dosierung stets den strengen Anforderungen der
Trinkwasserverordnung entsprachen. In den Lysimeterstudien erwies sich
die bepflanzte Filtervariante mit Silikatkolloid / Humusanteilen als
optimal. Sie erzielt eine sehr viel bessere Reinigungsleistung bei
grundwasserrelevanten Risikostoffgruppen als die konventionellen
Verfahren. Das erweiterte und durch Mykorrhiza-Einsatz gestärkte
Pflanzenspektrum ist sehr robust. Es behält seine Leistungsfähigkeit
auch unter wechselfeuchten Bedingungen und erweitert somit die
Einsatzgebiete von Bodenfiltern. Das hier vorgestellte Verfahren eignet
sich besonders zur Reinigung belasteter Abflüsse von Straßen, Gewerbe-
und Dachflächen. Bearbeitet wurde das Forschungsthema von 06/2003 bis 11/2006 an der Universität Bremen, Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie
(UFT) (Leobener Straße, 28359 Bremen, Tel. (0 421) 218-3 247) unter der
Leitung von Prof. Dr. J. Warrelmann (Leiter der Forschungsstelle: Prof.
Dr. J. Timm) und an der Hochschule Bremen, Institut für Technischen Umweltschutz (Neustadtswall
30, 28199 Bremen, Tel. (0 421) 5 905- 2 305) unter der Leitung von
Prof. Dr. B. Mahro (Leiter der Forschungsstelle: Prof. Dr. D. Fries).
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