Podiumsdiskussion Forum, Ebene 0, HotSpot 18. Mai 2006, 11.00 Uhr
Brauchen wir sie, brauchen wir sie nicht, oder gibt es sie längst? Das Thema Elite-Universitäten in Deutschland wird in der Bundespolitik und in den Ländern immer noch kontrovers diskutiert: Aber die wirklichen Eliten, die sich durch „Klasse“ auszeichnen, haben sich bereits längst auf den Weg gemacht!
Tatsache ist, gut ausgebildete Mitarbeiter sind die wichtigsten Ressourcen eines jeden Unternehmens, da wir in unserem Land keine relevanten Rohstoffe haben. Unsere Hochschulen sind in der Lehre auf einem guten Niveau, wir leben aber von der Substanz und andere Länder wie China holen auf.
Allerortens wird verkündet, wir müßten wieder mehr in die Zukunft investieren, das bedeutet Vorfahrt für Ausbildung und Forschung. Eine erfreuliche Tatsache ist, daß die neue Bundesregierung hier Schwerpunkte setzen will und eine 6-Milliarden-Initiative bis 2009 für exzellente Forschung und Spitzentechnologien angekündigt hat.
Die Universitäten müssen aber auch ihrerseits ihre Hausaufgaben machen und deutliche Effizienzsteigerungen erzielen.
Was bringen Exzellenzinitiativen? Geld oder Geist? Sind unsere Hochschulen auch international wettbewerbsfähig aufgestellt? Lassen sich verkrustete Strukturen aufbrechen? Sind Studiendauer oder Zahl der Studiumsabbrecher Kriterien für eine ausgezeichnete Hochschule? Oder ist Lobbying ein maßgeblicher Faktor für die Ausbildung von Eliten? Welche Potentiale gilt es noch zu erschließen?
„Wettbewerbsfähigkeit muss ein Leitgedanke der Hochschulpolitik sein. Dazu brauchen die Hochschulen aber mehr Handlungsfreiheit und Autonomie: Sie müssen vom Gängelband der Bürokratie befreit werden“, dafür plädiert Frau Professor Dagmar Schipanski, Präsidentin des Thüringer Landtags, mit ihren langjährigen, eigenen Erfahrungen als Professorin, Dekanin und Rektorin an der TU Ilmenau, als ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland und als Präsidentin der Kultusministerkonferenz. „Wenn auch deutsche Universitäten sich als Elitehochschulen im internationalen Vergleich etablieren sollen, dann sollten wir nicht blind anglo-amerikanische Vorbilder kopieren. Wir sollten uns vielmehr auch auf die Stärken unseres Wissenschaftssystems besinnen. Das heißt, wir müssen Lehre und Forschung in ihrer Breite wettbewerbsfähig und auf hohem Niveau halten. Das ist unsere Stärke. Es darf keine Elite-Unis auf Kosten der gesamten Hochschullandschaft geben“, so Schipanski.
Über diese und viele andere Fragen wird ein hochkarätiges Podium unter dem Titel „Elite-Universitäten – Vision und Realität“ diskutieren.
Teilnehmer der Diskussion sind:
Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang A. Herrmann TU München
Prof. Dr. Dieter Jahn BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner Universität Dortmund
Prof. Dr.-Ing. habil. Dagmar Schipanski Thüringer Landtag, Erfurt
Dr. Regina Oehler-van Gemmeren (Moderation) Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main
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